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Auch Bayrische Piraten entern Chemnitz

Bildnachweis: Tobias M.Eckrich unter CC-BY, aus http://piratpix.com/bpt2010.2/data/images/Piratenpartei_BPT2010.2_Chemnitz-81.jpgErfolgreicher programmatischer Bundesparteitag der Piratenpartei Deutschland in Chemnitz – Totgesagte leben länger

Am vergangenen Wochenende hielten die PIRATEN ihren sechsten Bundesparteitag in Chemnitz ab und stellten dabei auch die Weichen für die Landtagswahlen des nächsten Jahres in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern.

"Über 500 Parteimitglieder trafen sich in Sachsen, um über die zukünftige Richtung der Piratenpartei zu entscheiden. Alleine aus Bayern waren fast einhundert Piraten dabei", so Stefan Körner, Vorstandsvorsitzender des größten Landesverbands der Piraten.

"Der Kurs der Piratenpartei ist sozial-liberal – also genau das, was man von einer Partei des 21. Jahrhundert wohl erwarten sollte", kommentiert Aleks A.-Lessmann, politischer Geschäftsführer der Piraten in Bayern, die in Chemnitz beschlossenen Erweiterungen des Grundsatzprogramms in den Bereichen Familien-, Bildungs- und Sozialpolitik. Lessmann weiter: "In der Geschlechter- und Familienpolitik wurden wichtige Impulse gesetzt. Die Piraten haben herausgestellt, dass der Schutz der sexuellen Selbstbestimmung unabhängig von Geschlecht und Orientierung und die Ablehnung jeglicher Diskriminierung unverzichtbar für eine moderne Familienpolitik sind. Ferner hat die Versammlung ausdrücklich bestätigt, dass kein Bedingungsloses Grundeinkommen, aber eine zukunftsweisende Sozialpolitik für die Piraten ein Ergebnis dieses Parteitages ist."

Körner dazu: "Hierbei sind die in der 1948 verabschiedeten UN-Charta zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte erklärten Ziele der sicheren Existenz und gesellschaftlichen Teilhabe hervorzuheben, die nun auch im Parteiprogramm der PIRATEN in moderner Form ihren Platz gefunden haben. "

Einen wesentlichen Teil der inhaltlichen Diskussion nahm der Themenblock zur staatlichen Transparenz und Korruptionsbekämpfung ein. Die Bürger haben einen bislang zu wenig unterstrichenen Anspruch auf Rechtssicherheit. So ist neben der Kennzeichnungspflicht von Polizeibeamten auch die Umsetzung der UN-Konvention gegen Korruption in allen Bereichen von Wirtschaft und Verwaltung eine weitere Position der PIRATEN zur Stärkung der Bürgerrechte.

Bildnachweis: Tobias M.Eckrich unter CC-BY, aus http://piratpix.com/bpt2010.2/data/images/Piratenpartei_BPT2010.2_Chemnitz-81.jpg

17 Prozent für die Piratenpartei

Nach einer Studie der Friedrich Universität Bamberg liegt das Mobilisierungspotential der Piratenpartei bei der Bevölkerung bei 17 %. Das heißt, dass 17 % der Befragten, die die Partei kannten, sich auch vorstellen könnten, Piraten zu wählen.

60,7 % der Befragten war die Partei bekannt. Diesen Wert wollen die PIRATEN natürlich erheblich verbessern, was die Chancen auf gute Resultate noch erheblich steigern würde.

Jüngeren, besser gebildeten und männlichen Befragten war die Piratenpartei tendenziell eher bekannt. Ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit eines Internetanschlusses und der Bekanntheit der Partei lies sich überraschenderweise nicht nachweisen. Auch für die Frage, ob man sich vorstellen könne die PIRATEN zu wählen, spielten Bildung und Geschlecht keine Rolle. Das Alter jedoch schon. Die Piratenpartei mag von den Medien als die Internetpartei angesehen werden, sie ist in erster Linie aber die Partei junger gebildeter Bürger.

Bürgerrechte sind das wichtigste Thema für die Piraten

Die Studie kommt weiter zu dem Ergebnis, dass viele Piraten erst durch die Partei politisch mobilisiert wurden: Die überwältigende Mehrheit (76,6 %) der Studienteilnehmer gab an, vor ihrem Interesse an der Piratenpartei nicht politisch aktiv gewesen zu sein. "Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Piratenpartei mit ihren Themengebieten eine Bevölkerungsgruppe anspricht, deren Interessen vorher nicht in der Politik vertreten wurden", heißt es in der Studie. Die Mehrheit der Befragten gab als Grund für ihren Beitritt den Schutz der Bürgerrechte an.

Der typische Pirat: Jung, städtisch und mit hohem Bildungsniveau

Die Piratenpartei ist mit einem Altersdurchschnitt der Mitglieder von 31,7 Jahren eine extrem junge Partei. 77,8 % der Teilnehmenden haben mindestens das Fachabitur. Ein Großteil der Parteimitglieder lebt außerdem in Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern. Nur ca. 17 % der interviewten Personen gaben an, in einer Gemeinde mit weniger als 10.000 Menschen zu leben.

Befragte sind optimistisch

65,9% der Befragten nehmen an, dass die PIRATEN in den nächsten 5 Jahren an einer Regierung aus Landes- oder Bundesebene beteiligt sein werden. 67,9 % vermuten, dass sie sogar in den Bundestag einziehen werden. Die Mitglieder sind erwartungsgemäß optimistischer als Nichtmitglieder. Im Fazit kommen die Autoren »<em>zu dem Schluss, dass die Piratenpartei aus soziologischer Sicht durchaus gute Zukunftsaussichten hat.</em>«

Zur Studie

Die Studie "Die Piratenpartei: Entwicklung, Probleme, Selbstverständnis und Mobilisierungspotenzial einer Partei" wurde von Tobias Hepp, Pia Marquart, Sebastian Müller, Christoph Schlee und Magdalena Wiesler erstellt. Ihr liegen Daten aus einer Standardbefragung der Bamberger Bevölkerung, qualitativen Experteninterviews, einer standardisierten Online-Befragung bei Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern der Piratenpartei und einem internen Datensatz der Piratenpartei zur Mitgliederbefragung des Landesverbands Bayern zugrunde. Die Studie wurde im Rahmen eines soziologischen Praktikums an der Universität Bamberg zum Thema "politische Beteiligung" erhoben.
Nach Angaben der Autoren wurden durch die Eigenrekrutierung der Befragten in der Online Befragung die Ergebnisse dieser Online-Umfrage möglicherweise verzerrt, da evtl. nur bereits interessierte Personen, die Zeit hatten, teilnahmen. Mehrfachteilnahmen können leider nicht sicher ausgeschlossen werden. Davon sind aber die Resultate zum Mobilisierungspotential nicht betroffen.

Den gesamten Wortlaut der Studie finden Sie hier: SozFoPra_09-10_Endbericht.pdf

Erste LAN-Party für Eltern in Memmingen

Die Piratenpartei in Schwaben veranstaltet am Samstag, 06. November 2010, zusammen mit "GamePäd" die erste LAN-Party speziell für Eltern. Hier können interessierte Gäste einen Blick in die Welt der Computerspiele werfen. Um zu zeigen, dass Computerspiele mehr sind als medial gepflegte Klischees vermuten lassen, setzen wir die Generation der Eltern an den PC und spielen gemeinsam mit ihnen. In Workshops werden wir über Computerspiele referieren.

Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass Eltern und Lehrer der Faszination ihres Nachwuchses beziehungsweise ihrer Schüler oft ratlos gegenüber stehen. In Zusammenarbeit mit "GamePäd" helfen wir, diese Berührungsängste abzubauen. Dies geschieht insbesondere durch das persönliche Spielerlebnis, mit dem wir einen Einblick in den für die jüngere Generation alltäglichen Umgang mit Computerspielen schaffen.

GamePäd sind Pädagogen aus dem Raum Augsburg, die es sich zum Ziel gesetzt haben, Eltern, Lehrern und allen Interessierten den richtigen Umgang mit Computerspielen zu erläutern. Im Rahmen unserer „Eltern-LAN-Party“ informieren wir mit Vorträgen, Workshops und dem Live-Erlebnis. Den Abschluss der Veranstaltung bildet eine Podiumsdiskussion. Als besonderes Highlight bieten wir unterschiedliche Spielesysteme an, so dass unsere Gäste auch einen Überblick über die momentan gängigen Konsolensysteme erhalten.

Die erste Memminger Eltern-LAN findet am Samstag, den 06.11.2010, „in der Kattunfabrik“, Zwinggasse 3 in Memmingen statt. Beginn ist 14:00 Uhr, das Ende ist für 18:00 Uhr geplant. Die Veranstaltung ist kostenlos!

Sollten Sie an diesem Event teilnehmen wollen, bitten wir um eine Anmeldung bis zum 05.11.2010 unter info@piraten-memmingen.de. Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme und interessierte Gäste.